URL: www.mariarosenberg-cbs-speyer.de/aktuelles/presse/bereicherung-fuer-jung-und-alt
Stand: 08.01.2013

Pressemitteilung

Bereicherung für Jung und Alt

 

Schülerinnen unterhalten sich mit Bewohnerinnen

Die französische Schauspielerin Jeanne Moreau hat über das Alter mal  gesagt: „Alternde Menschen sind wie Museen. Nicht auf die Fassade kommt es an, sondern auf die Schätze in ihrem Inneren.“ Wenn sich  einmal die Woche Zehntklässlerinnen der Daniel-Theyson Integrierten Gesamtschule Waldfischbach Burgalben auf den Weg ins Caritas Altenzentrum Maria Rosenberg machen, profitieren sie von den Schätzen der Bewohner. Im Rahmen der „AG Alter“ kommen sie in die Einrichtung, um eine gewisse Zeit mit den alten und pflegebedürftigen Bewohnern zu verbringen. Verschiedene Aktivitäten haben die Generationen seit Schuljahresbeginn schon zusammengebracht, die Schülerinnen erfahren dabei viel aus dem Leben der Senioren.

Es ist Dienstag, 14 Uhr, im Altenzentrum Maria Rosenberg. Marie Blechschmidt, die Projektleiterin von „youngcaritas“ des Caritasverbandes der Diözese Speyer, erwartet  wieder  Daniel-Theyson-Schülerinnen. Nachdem in den Wochen zuvor schon gemeinsames Äpfelpflücken, inclusive Dessertzubereitung und Plätzchenbacken auf dem Programm standen, soll es heute auf eine Zeitreise gehen. „Wir haben die Bewohner gebeten, Fotos herauszusuchen“, erklärt Marie Blechschmidt. Anhand dieser Bilder sollen die Senioren den Schülerinnen etwas aus ihrem Leben berichten. Mit Vanessa Keller, Paula Zimmermann und Vanessa Himpel kommt diesmal ein Teenager-Trio, üblicherweise sind es zwei junge Damen mehr. Warum keine Jungs? Das „Sich  kümmern“ sei doch noch mehr ein „Frauending“, wie die Projektleiterin meint, was den Gewinn der Bewohner aber nicht mindere. „Die Mädels kommen“, hieße es stets erfreut von Seiten der alten Damen und Herren. Die Zusammenkünfte seien  Bestandteil des Kaffee-und-Kuchen-Nachmittags. „Damit die Atmosphäre stimmt.“ Am Tisch sitzen zehn Bewohner, Tee ist in den Gläsern, Teelichter flackern und die drei AG-Teilnehmerinnen machen sich gleich ans Anreichen von Gebäck.

Die Bewohner des Altenzentrums haben ihre Fotografien vor sich liegen, der 86-jährige Ludwig Laux ist ganz vertieft. „Das Bild da ist in einem Öllager der Amerikaner aufgenommen worden“, erklärt er und zeigt auf ein Foto aus dem Jahr 1967. Darauf ist der junge Ludwig Laux zu sehen, neben ihm steht ein farbiger US-Amerikaner. „Mein Arbeitskollege“, erinnert sich Laux, der aus der Landwirtschaft stammt und bei den amerikanischen Streitkräften in der Landschafts- und Anlagenpflege gearbeitet hat. Dann hat er noch eine schwarz-weiße Aufnahme, die ihn als 20-Jährigen zeigt, Vanessa Himpel betrachtet sich das Foto und findet schon, dass der Herr Laux damals doch sehr gut ausschaute. „Der Herr Laux ist cool“ ist eine teenagertypische Beschreibung des alten Mannes, in jedem Fall ist sich das Mädchen-Trio in diesem Punkt völlig einig.

 „Ich finde, dass man die Verantwortung hat, sich um die ältere Generation zu kümmern“, sagt die 15-jährige Vanessa Keller, schließlich wolle sie in ihrem Alter auch mal, dass sich jemand um sie kümmert. Eigene Großeltern habe die Gesamtschülerin leider nicht mehr, die Termine in Maria Rosenberg seien da schon eine Art Ersatz. Beruflich will Vanessa Keller mal in den medizinischen Bereich. Dass es AG-Kollegin Vanessa Himpel in die Altenpflege zieht, sieht Projektleiterin Marie Blechschmidt als Beleg dafür, dass bei den Mädchen echtes Interesse an den Lebensumständen älterer Menschen gewachsen ist. 

Bildtext:
Servieren den Bewohnern im Caritas-Altenzentrum Maria Rosenberg Kaffee: Die AG-Teilnehmerinnen Vanessa Himpel (links) und Vanessa Keller.

Text / Fotos: Caritasverband für die Diözese Speyer / Thomas Brunner